11 oder 22 kW? Die klare Antwort
Wir machen es kurz: Für 95 Prozent der Haushalte sind 11 kW die richtige Wahl. Günstiger, ohne Genehmigung — und der entscheidende Punkt, den Verkäufer gern verschweigen: Die meisten E-Autos können an Wechselstrom gar nicht schneller laden.
Die klare Antwort
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- 11 kW lädt einen 60-kWh-Akku über Nacht 3× voll — mehr braucht kein Pendler
- Die meisten E-Autos laden AC ohnehin maximal 11 kW (Onboard-Charger-Limit)
- 22 kW erfordert Netzbetreiber-Genehmigung: bis zu 2 Monate Wartezeit
- Aufpreis 22 kW: 300–700 € — für Leistung, die meist ungenutzt bleibt
- Fürs Solar-Überschussladen ist 11 kW mit Phasenumschaltung sogar besser
11 vs. 22 kW im Vergleich
| 11 kW | 22 kW | |
|---|---|---|
| Ladezeit 60-kWh-Akku (10→80 %) | ~4 Std. | ~2 Std. — wenn das Auto es kann |
| Netzbetreiber | Nur anmelden | Genehmigung nötig (bis 2 Monate) |
| Gerätepreis | 400–1.100 € | 900–1.800 € |
| Von E-Autos nutzbar | Praktisch alle | Nur wenige Modelle (AC) |
Der Onboard-Charger-Fakt, den kaum jemand erklärt
An der heimischen Wallbox lädt dein Auto mit Wechselstrom (AC). Wie schnell, bestimmt nicht die Wallbox — sondern der Onboard-Charger im Fahrzeug. Und der ist bei den meisten E-Autos auf 11 kW ausgelegt; viele ältere und günstigere Modelle schaffen sogar nur 7,4 kW. Eine 22-kW-Box an einem 11-kW-Auto lädt exakt so schnell wie eine 11-kW-Box — du zahlst den Aufpreis für nichts.
Die hohen Ladeleistungen aus der Werbung („in 18 Minuten auf 80 %“) beziehen sich auf DC-Schnellladen an Autobahn-Säulen — eine völlig andere Technik, die zuhause keine Rolle spielt. Zuhause zählt Zeit, nicht Tempo: Das Auto steht nachts ohnehin 10+ Stunden.
Was kostet dich das Laden pro Jahr?
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Reicht 11 kW wirklich? Die Alltagsrechnung
Ein Pendler mit 50 km Arbeitsweg verbraucht rund 9 kWh am Tag. Die lädt eine 11-kW-Wallbox in unter einer Stunde nach. Selbst ein komplett leerer 77-kWh-Akku ist in 7 Stunden voll — also zwischen Feierabend und Frühstück. Es gibt im Alltag schlicht kein Szenario, in dem dir 11 kW zuhause zu langsam sind.
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Wann 22 kW doch sinnvoll ist
- 1
Zwei E-Autos an einer Box
Wer nacheinander zwei Fahrzeuge laden muss und wenig Standzeit hat, profitiert von der doppelten Leistung — sofern die Autos sie AC-seitig können.
- 2
Fahrzeug mit 22-kW-Onboard-Charger
Einige Modelle (oft gegen Aufpreis) laden tatsächlich 22 kW AC. Wer viel fährt und mittags nachladen will, kann profitieren.
- 3
Zukunftssicherung mit Plan
Wer die Genehmigung ohnehin durchläuft, kann die Box auf 11 kW gedrosselt betreiben und später hochschalten. Aber: Erst prüfen, ob der Hausanschluss mitspielt.
Fazit
11 kW ist der vernünftige Standard: schneller genehmigt, günstiger, fürs Überschussladen ideal — und in der Praxis genauso schnell wie 22 kW, weil das Auto der Flaschenhals ist. Investiere die gesparten 300–700 € lieber in eine PV-fähige Box mit Phasenumschaltung. Das zahlt sich jeden Sonnentag aus.
Redaktion meinenergielotse
Geprüft und aktualisiert im Juli 2026 · Quellen: ADAC Ladeleistungs-Datenbank, VDE-AR-N 4100, Herstellerangaben Onboard-Charger
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