Wallbox 6 Min. LesezeitAktualisiert: Juli 2026

11 oder 22 kW? Die klare Antwort

Wir machen es kurz: Für 95 Prozent der Haushalte sind 11 kW die richtige Wahl. Günstiger, ohne Genehmigung — und der entscheidende Punkt, den Verkäufer gern verschweigen: Die meisten E-Autos können an Wechselstrom gar nicht schneller laden.

Die klare Antwort

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 11 kW lädt einen 60-kWh-Akku über Nacht 3× voll — mehr braucht kein Pendler
  • Die meisten E-Autos laden AC ohnehin maximal 11 kW (Onboard-Charger-Limit)
  • 22 kW erfordert Netzbetreiber-Genehmigung: bis zu 2 Monate Wartezeit
  • Aufpreis 22 kW: 300–700 € — für Leistung, die meist ungenutzt bleibt
  • Fürs Solar-Überschussladen ist 11 kW mit Phasenumschaltung sogar besser

11 vs. 22 kW im Vergleich

11 kW22 kW
Ladezeit 60-kWh-Akku (10→80 %)~4 Std.~2 Std. — wenn das Auto es kann
NetzbetreiberNur anmeldenGenehmigung nötig (bis 2 Monate)
Gerätepreis400–1.100 €900–1.800 €
Von E-Autos nutzbarPraktisch alleNur wenige Modelle (AC)

Der Onboard-Charger-Fakt, den kaum jemand erklärt

An der heimischen Wallbox lädt dein Auto mit Wechselstrom (AC). Wie schnell, bestimmt nicht die Wallbox — sondern der Onboard-Charger im Fahrzeug. Und der ist bei den meisten E-Autos auf 11 kW ausgelegt; viele ältere und günstigere Modelle schaffen sogar nur 7,4 kW. Eine 22-kW-Box an einem 11-kW-Auto lädt exakt so schnell wie eine 11-kW-Box — du zahlst den Aufpreis für nichts.

Die hohen Ladeleistungen aus der Werbung („in 18 Minuten auf 80 %“) beziehen sich auf DC-Schnellladen an Autobahn-Säulen — eine völlig andere Technik, die zuhause keine Rolle spielt. Zuhause zählt Zeit, nicht Tempo: Das Auto steht nachts ohnehin 10+ Stunden.

Was kostet dich das Laden pro Jahr?

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Reicht 11 kW wirklich? Die Alltagsrechnung

Ein Pendler mit 50 km Arbeitsweg verbraucht rund 9 kWh am Tag. Die lädt eine 11-kW-Wallbox in unter einer Stunde nach. Selbst ein komplett leerer 77-kWh-Akku ist in 7 Stunden voll — also zwischen Feierabend und Frühstück. Es gibt im Alltag schlicht kein Szenario, in dem dir 11 kW zuhause zu langsam sind.

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Wann 22 kW doch sinnvoll ist

  1. 1

    Zwei E-Autos an einer Box

    Wer nacheinander zwei Fahrzeuge laden muss und wenig Standzeit hat, profitiert von der doppelten Leistung — sofern die Autos sie AC-seitig können.

  2. 2

    Fahrzeug mit 22-kW-Onboard-Charger

    Einige Modelle (oft gegen Aufpreis) laden tatsächlich 22 kW AC. Wer viel fährt und mittags nachladen will, kann profitieren.

  3. 3

    Zukunftssicherung mit Plan

    Wer die Genehmigung ohnehin durchläuft, kann die Box auf 11 kW gedrosselt betreiben und später hochschalten. Aber: Erst prüfen, ob der Hausanschluss mitspielt.

Fazit

11 kW ist der vernünftige Standard: schneller genehmigt, günstiger, fürs Überschussladen ideal — und in der Praxis genauso schnell wie 22 kW, weil das Auto der Flaschenhals ist. Investiere die gesparten 300–700 € lieber in eine PV-fähige Box mit Phasenumschaltung. Das zahlt sich jeden Sonnentag aus.

Redaktion meinenergielotse

Geprüft und aktualisiert im Juli 2026 · Quellen: ADAC Ladeleistungs-Datenbank, VDE-AR-N 4100, Herstellerangaben Onboard-Charger

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