Wärmepumpe 9 Min. LesezeitAktualisiert: Juli 2026

Wärmepumpen-Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss

Der Staat übernimmt bis zu 70 Prozent der Kosten deiner neuen Wärmepumpe — maximal 21.000 Euro Zuschuss. Wir erklären dir die vier Förder-Bausteine, zeigen ein ehrliches Rechenbeispiel und führen dich Schritt für Schritt durch den Antrag.

Förderung im Überblick

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Die KfW fördert Wärmepumpen mit 30 bis 70 % Zuschuss (Programm 458)
  • Förderfähig sind maximal 30.000 € Kosten → höchstens 21.000 € Zuschuss
  • Der Antrag MUSS vor Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden
  • Zusätzlich möglich: Ergänzungskredit der KfW bis 120.000 € zu günstigen Zinsen
  • Alternativ: Steuerbonus von 20 % über 3 Jahre (§ 35c EStG) — nicht kombinierbar

Die Heizungsförderung läuft über die KfW (Programm 458 — „Heizungsförderung für Privatpersonen“). Sie ersetzt seit 2024 die frühere BAFA-Förderung für Wärmepumpen. Das Prinzip: Eine Grundförderung für alle, plus Boni, die sich addieren lassen — gedeckelt bei 70 Prozent.

Die 4 Förder-Bausteine

So setzt sich dein Fördersatz zusammen:

BausteinSatzWer bekommt ihn?
Grundförderung

Basis für alle förderfähigen Wärmepumpen

30 %Jeder Antragsteller
Effizienzbonus

z. B. Propan (R290) bei Luft-WP

+5 %Erdwärme, Wasser oder natürliches Kältemittel
Klimageschwindigkeits-Bonus

Gasheizung muss mind. 20 Jahre alt sein

+20 %Austausch funktionierender Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung
Einkommensbonus

Nachweis über Steuerbescheide

+30 %Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr
Maximal kombiniert70 %Deckel — auch wenn die Summe rechnerisch höher wäre

Die Boni addieren sich: Grundförderung (30 %) + Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %) + Einkommensbonus (30 %) ergäbe rechnerisch 80 % — gefördert werden aber maximal 70 %. Der Effizienzbonus (5 %) lohnt sich trotzdem fast immer, weil kaum jemand alle Boni gleichzeitig erfüllt.

Wie viel Förderung bekommst du?

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Rechenbeispiel: Familie tauscht 25 Jahre alte Gasheizung

Familie Weber (zu versteuerndes Einkommen: 52.000 €) ersetzt ihre 25 Jahre alte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Propan-Kältemittel. Gesamtkosten inklusive Installation: 32.000 €.

Grundförderung30 %
Klimageschwindigkeits-Bonus (alte Gasheizung raus)+20 %
Effizienzbonus (natürliches Kältemittel R290)+5 %
Einkommensbonus (Einkommen über 40.000 €)entfällt
Fördersatz gesamt55 %
Förderfähige Kosten (gedeckelt)30.000 €
Zuschuss16.500 €
Eigenanteil (statt 32.000 €)15.500 €

Die Wärmepumpe kostet Familie Weber nach Förderung weniger als die Hälfte — und liegt damit im Bereich einer neuen Gasheizung, bei deutlich niedrigeren Betriebskosten.

Voraussetzungen

  1. 1

    Bestandsgebäude, selbst genutzt oder vermietet

    Das Gebäude muss bei Antragstellung mindestens 5 Jahre alt sein. Für Neubauten gelten andere Programme (Klimafreundlicher Neubau).

  2. 2

    Förderfähige Wärmepumpe

    Das Gerät muss auf der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen stehen und Mindest-Effizienzwerte (ETAs) erfüllen. Qualitäts-Fachbetriebe arbeiten ausschließlich mit gelisteten Geräten.

  3. 3

    Fachbetrieb + hydraulischer Abgleich

    Einbau durch ein Fachunternehmen mit Bestätigung der fachgerechten Umsetzung. Der hydraulische Abgleich ist Pflicht.

  4. 4

    Antrag VOR Vertragsschluss

    Der wichtigste Punkt: Erst KfW-Zusage (oder Lieferungs-/Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung), dann beauftragen. Wer erst kauft, verliert den Anspruch.

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Unsere geprüften Betriebe kennen den KfW-Prozess und unterstützen dich beim Antrag — vergleiche kostenlos Angebote.

Antrag in 5 Schritten

  1. 1

    Angebot mit aufschiebender Bedingung einholen

    Lass dir vom Fachbetrieb ein Angebot bzw. einen Vertrag geben, der nur bei Förderzusage gültig wird. Seriöse Betriebe kennen diese Klausel.

  2. 2

    Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen

    Dein Fachbetrieb oder ein Energieberater erstellt die BzA — das technische Dokument für den Antrag. Du erhältst eine BzA-ID.

  3. 3

    Antrag im KfW-Portal stellen

    Registriere dich unter meine.kfw.de, gib die BzA-ID ein und stelle den Antrag. Die Zusage kommt oft innerhalb weniger Minuten.

  4. 4

    Wärmepumpe einbauen lassen

    Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Sammle alle Rechnungen.

  5. 5

    Nachweise einreichen, Geld erhalten

    Nach Abschluss lädst du die Bestätigung nach Durchführung (BnD) und Rechnungen hoch. Der Zuschuss wird direkt aufs Konto überwiesen.

Diese 3 Fehler kosten dich die Förderung

  1. 1

    Zuerst beauftragen, dann beantragen

    Der Klassiker. Ein unterschriebener Auftrag ohne Förderbedingung vor der KfW-Zusage macht die Förderung unmöglich. Keine Ausnahmen.

  2. 2

    Steuerbonus und KfW-Zuschuss kombinieren wollen

    Für dieselbe Maßnahme gilt: entweder KfW-Förderung ODER Steuerbonus nach § 35c EStG. Der Zuschuss ist fast immer die bessere Wahl.

  3. 3

    Boni nicht nachweisen

    Der Einkommensbonus braucht Steuerbescheide, der Klimageschwindigkeits-Bonus das Alter der alten Heizung (z. B. Schornsteinfeger-Protokoll). Fehlen Nachweise, entfällt der Bonus.

Viele Bundesländer und Kommunen legen eigene Programme obendrauf — teils 1.000 bis 3.000 € zusätzlich für Wärmepumpen oder den Heizungstausch. Diese sind mit der KfW-Förderung meist kombinierbar, solange die Gesamtförderung 60 % (bei manchen Programmen 70 %) nicht übersteigt. Frag deinen Fachbetrieb nach regionalen Programmen.

Fazit

Die Wärmepumpen-Förderung 2026 ist großzügig — aber prozessgetrieben. Wer die Reihenfolge einhält (Angebot mit Förderbedingung → BzA → KfW-Antrag → Zusage → Einbau) und die Boni sauber nachweist, bekommt zwischen 30 und 70 Prozent geschenkt. Der häufigste und teuerste Fehler ist Ungeduld: erst beauftragen, dann beantragen.

Ein guter Fachbetrieb nimmt dir fast den gesamten Papierkram ab. Genau deshalb lohnt es sich, Betriebe nicht nur nach Preis, sondern auch nach Fördererfahrung auszuwählen.

Redaktion meinenergielotse

Geprüft und aktualisiert im Juli 2026 · Quellen: KfW (Programm 458), BEG-Richtlinie, BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen

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