Wärmepumpen-Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss
Der Staat übernimmt bis zu 70 Prozent der Kosten deiner neuen Wärmepumpe — maximal 21.000 Euro Zuschuss. Wir erklären dir die vier Förder-Bausteine, zeigen ein ehrliches Rechenbeispiel und führen dich Schritt für Schritt durch den Antrag.
Förderung im Überblick
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Die KfW fördert Wärmepumpen mit 30 bis 70 % Zuschuss (Programm 458)
- Förderfähig sind maximal 30.000 € Kosten → höchstens 21.000 € Zuschuss
- Der Antrag MUSS vor Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden
- Zusätzlich möglich: Ergänzungskredit der KfW bis 120.000 € zu günstigen Zinsen
- Alternativ: Steuerbonus von 20 % über 3 Jahre (§ 35c EStG) — nicht kombinierbar
Die Heizungsförderung läuft über die KfW (Programm 458 — „Heizungsförderung für Privatpersonen“). Sie ersetzt seit 2024 die frühere BAFA-Förderung für Wärmepumpen. Das Prinzip: Eine Grundförderung für alle, plus Boni, die sich addieren lassen — gedeckelt bei 70 Prozent.
Die 4 Förder-Bausteine
So setzt sich dein Fördersatz zusammen:
| Baustein | Satz | Wer bekommt ihn? |
|---|---|---|
| Grundförderung Basis für alle förderfähigen Wärmepumpen | 30 % | Jeder Antragsteller |
| Effizienzbonus z. B. Propan (R290) bei Luft-WP | +5 % | Erdwärme, Wasser oder natürliches Kältemittel |
| Klimageschwindigkeits-Bonus Gasheizung muss mind. 20 Jahre alt sein | +20 % | Austausch funktionierender Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung |
| Einkommensbonus Nachweis über Steuerbescheide | +30 % | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr |
| Maximal kombiniert | 70 % | Deckel — auch wenn die Summe rechnerisch höher wäre |
Die Boni addieren sich: Grundförderung (30 %) + Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %) + Einkommensbonus (30 %) ergäbe rechnerisch 80 % — gefördert werden aber maximal 70 %. Der Effizienzbonus (5 %) lohnt sich trotzdem fast immer, weil kaum jemand alle Boni gleichzeitig erfüllt.
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Rechenbeispiel: Familie tauscht 25 Jahre alte Gasheizung
Familie Weber (zu versteuerndes Einkommen: 52.000 €) ersetzt ihre 25 Jahre alte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Propan-Kältemittel. Gesamtkosten inklusive Installation: 32.000 €.
Die Wärmepumpe kostet Familie Weber nach Förderung weniger als die Hälfte — und liegt damit im Bereich einer neuen Gasheizung, bei deutlich niedrigeren Betriebskosten.
Voraussetzungen
- 1
Bestandsgebäude, selbst genutzt oder vermietet
Das Gebäude muss bei Antragstellung mindestens 5 Jahre alt sein. Für Neubauten gelten andere Programme (Klimafreundlicher Neubau).
- 2
Förderfähige Wärmepumpe
Das Gerät muss auf der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen stehen und Mindest-Effizienzwerte (ETAs) erfüllen. Qualitäts-Fachbetriebe arbeiten ausschließlich mit gelisteten Geräten.
- 3
Fachbetrieb + hydraulischer Abgleich
Einbau durch ein Fachunternehmen mit Bestätigung der fachgerechten Umsetzung. Der hydraulische Abgleich ist Pflicht.
- 4
Antrag VOR Vertragsschluss
Der wichtigste Punkt: Erst KfW-Zusage (oder Lieferungs-/Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung), dann beauftragen. Wer erst kauft, verliert den Anspruch.
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Antrag in 5 Schritten
- 1
Angebot mit aufschiebender Bedingung einholen
Lass dir vom Fachbetrieb ein Angebot bzw. einen Vertrag geben, der nur bei Förderzusage gültig wird. Seriöse Betriebe kennen diese Klausel.
- 2
Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen
Dein Fachbetrieb oder ein Energieberater erstellt die BzA — das technische Dokument für den Antrag. Du erhältst eine BzA-ID.
- 3
Antrag im KfW-Portal stellen
Registriere dich unter meine.kfw.de, gib die BzA-ID ein und stelle den Antrag. Die Zusage kommt oft innerhalb weniger Minuten.
- 4
Wärmepumpe einbauen lassen
Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Sammle alle Rechnungen.
- 5
Nachweise einreichen, Geld erhalten
Nach Abschluss lädst du die Bestätigung nach Durchführung (BnD) und Rechnungen hoch. Der Zuschuss wird direkt aufs Konto überwiesen.
Diese 3 Fehler kosten dich die Förderung
- 1
Zuerst beauftragen, dann beantragen
Der Klassiker. Ein unterschriebener Auftrag ohne Förderbedingung vor der KfW-Zusage macht die Förderung unmöglich. Keine Ausnahmen.
- 2
Steuerbonus und KfW-Zuschuss kombinieren wollen
Für dieselbe Maßnahme gilt: entweder KfW-Förderung ODER Steuerbonus nach § 35c EStG. Der Zuschuss ist fast immer die bessere Wahl.
- 3
Boni nicht nachweisen
Der Einkommensbonus braucht Steuerbescheide, der Klimageschwindigkeits-Bonus das Alter der alten Heizung (z. B. Schornsteinfeger-Protokoll). Fehlen Nachweise, entfällt der Bonus.
Viele Bundesländer und Kommunen legen eigene Programme obendrauf — teils 1.000 bis 3.000 € zusätzlich für Wärmepumpen oder den Heizungstausch. Diese sind mit der KfW-Förderung meist kombinierbar, solange die Gesamtförderung 60 % (bei manchen Programmen 70 %) nicht übersteigt. Frag deinen Fachbetrieb nach regionalen Programmen.
Fazit
Die Wärmepumpen-Förderung 2026 ist großzügig — aber prozessgetrieben. Wer die Reihenfolge einhält (Angebot mit Förderbedingung → BzA → KfW-Antrag → Zusage → Einbau) und die Boni sauber nachweist, bekommt zwischen 30 und 70 Prozent geschenkt. Der häufigste und teuerste Fehler ist Ungeduld: erst beauftragen, dann beantragen.
Ein guter Fachbetrieb nimmt dir fast den gesamten Papierkram ab. Genau deshalb lohnt es sich, Betriebe nicht nur nach Preis, sondern auch nach Fördererfahrung auszuwählen.
Redaktion meinenergielotse
Geprüft und aktualisiert im Juli 2026 · Quellen: KfW (Programm 458), BEG-Richtlinie, BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen
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